Gummi? Kautschuk? Leder? Auf die Frage, woraus Sohlen von Kinderschuhen bestehen, sind viele Antworten denkbar. Warum Polyurethan bei RICOSTA das Sohlenmaterial der Wahl ist, erklärt Peter Allaut, verantwortlich für den Bereich Forschung und Entwicklung.
Herr Allaut, was ist das Besondere an Sohlen aus Polyurethan?
Polyurethan ist ein Zwei-Komponenten-Material, ergänzt mit Farbe. Gibt man Wasser dazu, reagieren die Komponenten und werden zu einem flexiblen, robusten und gleichzeitig sehr leichten Material mit sehr guten Abriebeigenschaften. Zusätzlich verzichten wir bei RICOSTA seit 15 Jahren auf FCKW als Treibmittel bei der PU-Sohlen-Herstellung.
Und wie kommen die Sohlen unter die Schuhe?
Ganz ohne Kleber. In der Sohlenspritzanlage werden die Komponenten in die Sohlenform gegossen. Noch während der Reaktionszeit des Polyurethans tauchen wir den Schaft in die Sohlenform ein und befestigen die beiden Formenteile aneinander. Unter Druck schäumt sich das Sohlenmaterial so direkt an den Schaft an und verbindet sich mit ihm.
Lässt sich die Sohle wieder ablösen?
Nein. Bei den Reißtests, die wir immer wieder machen, zerreißt im Zweifel der Schaft. An der Sohle tut sich gar nichts.
Die drei wichtigsten Vorteile auf einen Blick?
Die Schuhe sind extrem robust, weil sich die Sohle nicht vom Schaft ablösen kann. Sie sind leicht und flexibel, weil sie mindestens 50 Prozent Luft enthalten, und frei von Lösungsmitteln, weil wir durch dieses spezielle Fertigungsverfahren ganz auf Kleber verzichten können.
Woran erkennt die Verkäuferin im Laden eine angeschäumte Polyurethansohle?
Dazu nimmt sie einfach die Innensohle heraus. Wenn dann keine zusätzliche Brandsohle zum Vorschein kommt, wurde die Sohle mit großer Sicherheit direkt angeschäumt.

RICOSTA-Hausrezept für Sohlen ohne Klebstoff.